Am 29. Januar 2026 wurden wir mit der Bergung eines verunfallten Sattelzugs im Bereich Wessobrunn beauftragt. Nach einer ersten Lageerkundung durch unseren Bergungsleiter zeigte sich schnell, dass es sich um einen aufwendigen Einsatz handeln würde.

Der LKW war von der Fahrbahn abgekommen und etwa fünf bis sechs Meter tief in einen abschüssigen Grünstreifen geraten. Zugmaschine und Auflieger standen eingeknickt im Graben und waren zwischen Baumstämmen und Böschung verkeilt. Besonders kritisch war, dass der Auflieger im Frontbereich in den Rahmen der Zugmaschine – im Bereich des Hochvolt-Energiespeichers – drückte. Aufgrund des weichen Waldbodens, Bewuchses und der beengten Platzverhältnisse war eine Bergung nach vorne oder hinten nicht möglich.

In Abstimmung mit der Feuerwehr wurden zunächst Vorarbeiten durchgeführt. Dazu gehörten das Entladen des Aufliegers, Freischnitt- und Baumfällarbeiten sowie die Demontage einer Stromleitung im späteren Schwenkbereich des Autokrans. Anschließend stand fest: Eine beschädigungsarme Bergung konnte nur durch kontrolliertes Anheben erfolgen.

Für die Bergung kamen unsere Bergefahrzeuge mit Unterfahrlift und Bergewinde, ein Servicemobil mit Spezialanschlagmitteln sowie ein Großkran der 160-t-Klasse zum Einsatz. Nach der Sicherheitsprüfung der Hochvolt-Zugmaschine wurden beide Fahrzeuge vorbereitet und nacheinander geborgen. Zuerst wurde der Auflieger angehoben und zum Abtransport bereitgestellt, anschließend die stark beschädigte Zugmaschine aus dem Graben gehoben und auf einen Tieflader verladen.

Nach Rückbau der Kranstellung, Wiederherstellung der Stromleitung und Reinigung der Einsatzstelle konnte der Einsatz erfolgreich abgeschlossen werden.

Trotz schwieriger Geländeverhältnisse und komplexer Bergungssituation verlief der Einsatz ohne weitere Schäden. Durch die strukturierte Planung und die Zusammenarbeit aller Beteiligten konnte die Bergung sicher und effizient durchgeführt werden.